02.10 – Ausnahmezustand in Ahlen

Der 2.Oktober war ein turbulenter Tag für Ahlen. Neonazis hatten für 19 Uhr eine Kundgebung gegen Polizeiwillkür angemeldet, die aber lediglich dazu diente das antifaschistische Konzert „Love Music, Hate Fascism“ zu stören und zu boykottieren.

Schon Nachmittags patroulierte eine große Anzahl an PolizistInnen in ganz Ahlen. Wohin man auch sah: police partout!!!

Um ca. 18 Uhr versammelten sich die ersten NationalistInnen, deren Anzahl nicht über 6 Personen ging, was sich aber im Laufe der Zeit jedoch steigerte, da weitere NationalistInnen aus anderen Städten mit dem Zug anreisten. Die Neonazis waren mit 20-30 Personen vertreten. Das Ziel der Nazikundgebung war die selbige herauszuzögern. Nur sehr zögerlich packten die NationalistInnen ihre Transparente heraus und vertrieben sich die Langeweile mit Musik. Dabei wurden bekannte nazistische Lieder mit Inhalten wie“frei, sozial und national“ gespielt, aber auch Lieder aus der linken Szene, die sie für ihre Zwecke umfunktionierten und somit missbrauchten.
Eine Hauptstraße sowie ein Aufgebot von PolizistInnen trennte die NationalistInnen von den GegendemonstrantInnen.

Mit Verspätung begann schließlich die „Kundgebung“. Nur für wen? Selbst das Wetter meinte es nicht gut mit den Nazis. Graue Wolken, Regen und Dunkelheit sorgten dafür, dass kaum Menschen auf den Straßen waren und die Kundgebung eher ein internes „Zusammentreffen“ war. Die wenigen Menschen, die doch unterwegs waren, stellten sich auf die Seite der GegendemonstrantInnen, um die Angelegenheit von dort zu beobachten und ihre Meinung kund zu tun.
Gestört und übertönt wurden vor allem die Beiträge der Neonazis durch laute Parolen der GegendemonstrantInnen. Die Lage an der Hauptstraße ermöglichte es viele Menschen, mit Hilfe von Transparenten auf die Situation aufmerksam zu machen.

Zwischenzeitlich versuchten einige AntifaschistInnen auf die andere Seite zu kommen, was jedoch an der Überzahl an PolizistInnen scheiterte.

Das Ziel der Nazis war klar: Die Kundgebung solange herauszuzögern bis das antifaschistische Konzert zu Ende ist. Denn wer am Bahnhof ist, kann logischerweise nicht beim Konzert sein. Diese Taktik ging jedoch nicht auf, da AntifaschistInnen sowohl am Büz als auch am Bahnhof eindeutig in der Überzahl waren.

The show must go on:

Da die Band Independenzia kurzfristig abgesagt hatte, gab es einen größeren Spielraum im Zeitplan. Dennoch war der Einlass um 19.15 Uhr.
Der Film „Kein Bock auf Nazis“ wurde gleich zwei Mal gezeigt, damit ihn so viele Mensche wie möglich sehen konnten. Begleitend dazu lag Infomaterial am Eingang aus.

Konzertbeginn war schließlich um 21 Uhr.
Das Konzert wurde von insgesamt 117 BesucherInnen aufgesucht, was als großer Erfolg in der Ahlener Antifa Szene gewertet werden kann.

Die Ahlener Punkband Nullniveau brachte die Konzertbesucher mit Punk in ausgelassene Stimmung, welche sich bei der Ska Band Awesome Scampies fortsetzte. Den Schluss bildete Nic Knatterton, nicht mit Johanna, aber dafür mit Acme, die mit ihrem Rap die BesucherInnen zum Mitmachen verleiteten.

Das Fazit des Tages:

Dank den 117 KonzertbesucherInnen konnten wir den beträchtlichen Überschuss von über 200 Euro verbuchen, die nun der Flüchtlingshilfe zu Gute kommen wird. Auch wurde den „autonomen“ Nationalisten deutlich gemacht, dass sie hier nicht erwünscht sind und ihre „Taktik“ das Konzert zu boykottieren nicht aufgegangen ist.

Wir bedanken uns bei den tollen Bands, dem BÜZ für die super Unterstützung und bei allen, die da waren und dem antifaschistischen
Konzert Leben eingehaucht haben.


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