Archiv für März 2009

Den bundesweiten Neonazi-Aufmarsch in Stolberg/Rheinland am 4.4 verhindern

Alle Jahre wieder?
Im April 2009 jährt sich eine tödliche Auseinandersetzung, die in Stolberg stattfand. Sie wird und wurde von Neonazis zum Anlass genommen ein bundes- wenn nicht europaweites Großereignis der extremen Rechten zu etablieren. Erneut planen dieses Jahr hunderte Neonazis einen Aufmarsch in Stolberg/Rhld. Das Ereignis und das, was Neonazis daraus machen, wirkt sich weit über die Region hinaus auf neofaschistische Strukturen aus.

Was steht an?
Am 4.4. 2009 rufen Neonazis erneut dazu auf, in Stolberg aufzumarschieren. „Sicher leben – ohne Multikulti“ soll das diesjährige Motto heißen, das die rassistische Instrumentalisierung der Tötung auf den Punkt bringt. Als Gedenkmarsch deklariert, werden hunderte Neonazis, „freie und parteigebundene Kräfte“ geeint, durch das migrantische Viertel marschieren, um dort ihre rassistischen Phantasien denen entgegenzuschleudern, die ihre menschenverachtende Gewalt fokussiert. Wenn wir das nicht – alle zusammen – verhindern. (mehr…)

6. Verhandlungstag – Haftbefehl für Bake

Ahlen – Mit einem Haftbefehl wegen Wiederholungsgefahr gegen den 21-jährigen Angeklagten endete am sechsten Verhandlungstag im Ahlener Nationalisten-Prozess der Tag der Plädoyers.

Zu Beginn der Verhandlung verspätete sich der 21-Jährige – er hatte die Sommerzeit vergessen. Zwei weitere Zeugen sagten zu den Vorfällen in einer Dortmunder Szenekneipe im Linken Spektrum aus. Dann bekam die Jugendgerichtshilfe das Wort, die sich aber mangels Informationen kurz fasste. Ausführlicher wurde dafür der Staatsanwalt bei dem 21-Jährigen und seinem 18-jährigen Mitangeklagten.

Für den ersteren forderte der Ankläger drei Jahre und sechs Monaten ohne Bewährung und schloss mit einem Antrag auf einen Haftbefehl. Für den 18-Jährigen beantragte er zehn Monate und 200 Sozialstunden ohne Bewährung. Der Staatsanwalt sah bei beiden erheblichen Erziehungsbedarf und große Reifeverzögerung. Besonders bei dem Hauptangeklagten erkannte er einen ausgeprägten Hang zur Gewalt. „Es ist hier Gesinnungsjustiz, Gesinnung gegen jede Form von Gewalt, ganz gleich ob von Rechts oder Links“, erklärte der Staatsanwalt. (mehr…)

28.03.09 – „Schmuddel“-Gedenkdemo

Aufruf zur antifaschistischen Demonstration in Gedenken an Thomas “Schmuddel” Schulz am 28.03.2009 in Dortmund!

Am 28. März 2009 jährt sich zum vierten Mal jener Tag, an dem der Punk Thomas Schulz, genannt „Schmuddel“, von dem damals noch 17 jährigen Neonazi Sven Kahlin von der Skinhead Front Dortmund-Dorstfeld in einer belebten U-Bahn-Station brutal niedergestochen wurde und kurz darauf verstarb. Bei der diesjährigen Gedenkdemo geht es uns einerseits darum, an das Opfer des Nazimordes zu erinnern und diese traurige Realität gegen diejenigen zu verteidigen, die diese Tat zu entpolitisieren versuchten und es immer noch versuchen. Zum Anderen müssen die immer stärker werdende Neonaziszene und ihre vermehrten brutalen Angriffe auf Linke, MigrantInnen und alternative Kulturprojekte thematisiert werden, indem wir ihnen und der Öffentlichkeit mit einer großen und entschlossenen Demonstration verdeutlichen, dass wir den Mord an Thomas Schulz nicht vergessen haben und verstärkt gegen die lokale Neonaziszene vorgehen werden. (mehr…)

Rechtsaußen im Kreis WAF

Im Rahmen der „Internationalen Woche gegen Rassismus“ (16.-29. März) veranstaltet das Bürgerzentrum Schuhfabrik einen Informationsabend zum Thema „Rechtsaußen im Kreis“. Was viele Bürger erst in den letzten Wochen aus der Presseberichterstattung über den Prozess gegen zwei Ahlener erfahren haben, ist für viele Jugendliche und junge Erwachsene schon seit 2006 schmerzhafte Gewissheit: Fremdenhass, Körperverletzung, Rechtsextremismus, Rassismus und antidemokratische Äußerungen in Ahlen, organisiert von einer Gruppe die sich Autonome Nationalisten nennt.
Über die aktuellen Tendenzen im Kreis Warendorf wird ein erfahrener Referent am Donnerstag, dem 19. März um 20.00 Uhr einen Vortrag im Bürgerzentrum halten.

Bis ins Jahr 2007 ging das Bundesamt für Verfassungsschutz von bundesweit nur 200 „Autonomen Nationalisten“ aus, mittlerweile wurde diese Zahl auf 400 hochgesetzt. Mittlerweile haben sich die „Rechtsautonomen“ – ganz nach linkem Vorbild der „Antifaschistischen Aktion“ – zu einer „Bundesweiten Aktion“ zusammengeschlossen. Etwa 25 Gruppen aus ganz Deutschland sind bislang dabei. Die Schwerpunkte der „Autonomen Nationalisten“ liegen in Westdeutschland. Hier konnten die Neonazis bislang keinen größeren Anschluss an moderne Subkulturen herstellen, daher nun diese Strategie, die Attribute und Dresscodes einer (linken oder auch apolitischen) Jugendszene für sich zu vereinnahmen. Rein äußerlich sind sie damit nicht mehr zu unterscheiden, was natürlich für Verwirrung sorgt. Auch Neonazis streben offenbar nach einem modernen Lifestyle und wollen nicht mehr dem Image des dumpfen „Stiefel-Nazi“ entsprechen. Das ausgerechnet in Ahlen, der Stadt mit dem
größten Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund im Kreis Warendorf eine solche Gruppe zur „Bandenbildung gegen kriminelle Ausländer“ mit Flyern und Aufklebern aufgerufen hat, ist bemerkenswert. Die Veranstaltung richtet sich an alle, die mehr über diesen Ableger des Rechtsextremismus erfahren wollen oder ihre Erfahrungen damit einbringen wollen. Beim Bürgerzentrum Schuhfabrik steht bereits seit Beginn des Vereins in der Satzung, dass Menschen mit rechtsextremen Einstellungen draußen bleiben müssen.

19. März
20.00 Uhr
Bürgerzentrum Schufabrik
Königsstr. 7 – Ahlen

Quelle: Bürgerzentrum Schufabrik




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