Archiv für Oktober 2009

ANA feiern „heldenhafte SA“

Wenige Tage vor dem Kino-Start des Films „Unter Bauern – Retter in der Nacht“, der das Leben der Jüdin Marga Spiegel schildert, die ebenso wie ihr Mann und ihre Tochter von Bauern aus dem Münsterland zwei Jahre lang versteckt wurde und so dem sicheren Tod in einem Nazi-KZ entging (http://www.unterbauern-derfilm.de/), feiern die örtlichen Neonazis die „heldenhafte Arbeit der Ahlener SA-Gruppe“.

Die habe es, so heißt es in einem etwas eigenwilligen Deutsch auf der Internetseite der „Autonomen Nationalisten Ahlen“, „gegen allen Umständen (wie z.B die Zahlenmäßige Überlegenheit der Kommunisten)“ geschafft, „die Ziele der Nationalsozialistischen Politik durchzusetzen“. Dabei habe die SA-Gruppe „die Machtverhältnisse nicht nur in den Stadträten aufgeklärt“. Was damit gemeint ist, wird gleich im nächsten Satz erklärt: „In der Reichskristallnacht wurde auch die Ahlener Synagoge in Brand gesetzt. Während Marga Spiegel vor der SA floh, wurde Ihr Mann, Siegmund Spiegel vor der Synagoge totgschlagen.“

Letzteres stimmt allerdings nicht: Siegmund Spiegel überlebte in seinem Versteck ebenso wie seine Frau und seine Tochter. Gemeint sein könnte Marga Spiegels Vater, der ebenfalls Siegmund hieß. Der allerdings wurde nicht in der Pogromnacht vor der Synagoge umgebracht. Er kam im Sommer 1938 im KZ Sachsenhausen ums Leben – offizielle Todesursache: „innere Blutungen“.

Solche „Details“ freilich scheinen den Ahlener Neonazis aber auch nicht wichtig zu sein angesichts ihrer „heldenhaften“ Ahnen. Sie freuen sich: „Nach diesen Ereignissen wurde die Stadt Ahlen, sowie die dortige SA Gruppe von dem Führer persönlich für ihre vobildlichen Leistungen geehrt und zur ersten Judenfreien Stadt im dritten Reich erklärt.“

Mittlerweile wurde von der Staatsanwaltschaft Münster ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet.

Quelle




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