Veranstaltungsreihe zur Kritik des iranischen Regimes (Münster)

Der Iran, so scheint es, hat viele Freunde. Während international von China über Venezuela bis Russland gute Beziehungen angestrebt werden, so stellt auch im „Westen” die politische und ökonomische Unterstützung der „islamischen Republik” den Normalfall dar. Sympathien für ein Regime, das seinen antiemanzipatorischen, antisemitischen, homophoben und frauenfeindlichen Charakter nicht verheimlicht und der gesamten Welt im Namen Allahs den Krieg erklärt hat, werden nicht nur von staatlicher Seite gehegt. Auch in der radikalen Linken ist der positive Bezug auf die „islamische Republik” bis hin zu einer bisweilen grotesk anmutenden Ignoranz der islamistischen Ideologie keine Seltenheit.

Dies änderte sich auch nicht als im Sommer 2009 eine erstarkte iranische Protestbewegung fast täglich im Fokus der Medien stand, die trotz der brutalen Versuche sie niederzuschlagen, offensichtlich eine säkulare, demokratische Revolution herbeiführen wollte. Selbst das iranische Atomprogramm führte nicht zu einer ernstzunehmenden öffentlichen Debatte, obwohl dessen militärische Ausrichtung kaum noch bezweifelt werden kann und seine Vollendung – nicht zuletzt durch die Verwehrung nachdrücklicher Sanktionen aus Deutschland – kurz bevorsteht.

Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe sollen einige der hier aufgeworfenen Widersprüche näher beleuchtet werden. So wird Thomas von der Osten-Sacken die Frage, weshalb eine Unterstützung der Aufstände im Iran aus dem „Westen” ausblieb mit einem kurzen Überblick über die Geschichte und die Ausrichtung der iranischen Protestbewegung verbinden. Andreas Benl wiederum wird ideologiekritisch untersuchen, wie die genannten linke Sympathien für Islamismus und die „islamische Republik” zustande gekommen sind und was sie ausmacht.

Gleichzeitig wird es aber auch darum gehen, solche Aspekte zu beleuchten, die ein kritisches Verhältnis zum iranischen Regime ausmachen und die Ansatzpunkte für eine nötige Solidarität mit den Aufständischen im Iran verdeutlichen. Dass mit der üblichen Benennung der Zustände im Iran als „patriachalisch” eine Verharmlosung einhergeht, wird Fathiyeh Naghibzadeh gleichermaßen in den Fokus stellen, wie eine Analyse der Geschlechterverhältnisse in der iranischen Gesellschaft. Matthias Küntzel wird schließlich die historischen Kontinuitäten in den deutsch-iranischen Beziehungen aufzeigen und sie mit der aktuellen Problematik eines iranischen Atomprogramms verknüpfen.

Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen sind hier zu finden!





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