Licht in Ahlener Verhältnisse bringen

Um ein „ Zeichen“ gegen den „Volkstod“ Deutschlands zu setzen, versammelten sich am vergangenen Freitagabend circa 40 Neonazis am Ahlener Bahnhof. Angemeldet wurde die Vorabendkundgebung von einem 18-jährigen Dortmunder. Neben unverständlichen Redebeiträgen von Kamerad_innen aus den umliegenden Städten und musikalischen Darbietungen aus den Boxen war nicht viel von den Neonazis zu hören, die sich ansonsten nur auf das Schwenken von Fähnchen konzentrierten. Auch die Einleitung zweier Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen Auflagen und aufgrund von Volksverhetzung werden nicht zum Erfolg der Kundgebung beigetragen haben. Dennoch feiern die Autonomen Nationalisten Ahlen auf ihrer Internetpräsenz ihre Kundgebung als Erfolg und halluzinieren eine Teilnehmerzahl von 70 sogenannten „Volksgenossen“. Dass spontan Teilnehmer der Gegenkundgebung zur Nazikundgebung rüber gewechselt seien, ist wohl die dreisteste Lüge.
Die Polizei, die im Vorfeld schon angekündigt hatte, „starke Kräfte vorhalten und auch zeigen zu werden“, kramte neben Oldtimer Einsatzwagen auch Scheinwerfer aus ihrer Überraschungskiste, die die Ahlener Verhältnisse gut beleuchten konnten.
Ungefähr 100 Antifaschist_innen versammelten sich im „ Sidney- Hinds- Park“, um den Neonazis einen ungemütlichen Freitagabend zu bescheren. Gegen Ende wäre es fast zu einer handfesten Auseinandersetzung mit den Neonazis gekommen, was aber an der Präsenz von Team Green gescheitert ist.
Mit Hamburger Gittern geschützt und von den linken sowie rechten „Extremisten“ getrennt nahm auch der Integrationsrat der Stadt Ahlen neben CDU und SPD Stellung, um zu zeigen, dass sie, im Gegensatz zu den Nazis, Ahlen seien. Dort ließ sich sogar der Landrat des Kreises Warendorf, Gericke, blicken, der wohl den meisten nur durch seine Abschiebepolitik in negativer Erinnerung ist.
Eine Nazikundgebung in Ahlen ist in erster Linie ein Problem für die Stadt, da mit erheblichen Behinderungen im Bus- sowie Autoverkehr zu rechnen ist. Eine Thematisierung in der Presse der wiederholten Kundgebungen und Aktionen seitens der Autonomen Nationalisten Ahlen sucht man dagegen vergeblich. Die Problematik einer „ rechten Szene“ wird als ein Wanderzirkus aus dem Ruhrpott bezeichnet und man ist froh, wenn dieser nach einer beendeten Kundgebung auch wieder dorthin verschwindet. Auch den Verweis darauf, dass es sich am Freitag um eine Vorabendkundgebung für eine Nazidemonstration in Hamm handelte, ist nirgendwo zu finden.





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